Mitreißende Abschiedsvorstellung beim letzten Besuch in Assen

Vom 20.-24. April befand sich eine 15-köpfige Schülergruppe unserer Schule zum letzten Mal zum Schüleraustausch in Assen, womit eine 30-Jährige Tradition zu Ende geht.

Assen2Da lohnt ein Blick zurück:
Angefangen hatte alles Mitte der 80er mit sprachenorientierten Begegnungen, an denen niederländische Schüler, die Deutsch lernten, und deutsche Schüler, die Niederländisch lernten, beteiligt waren. Diese Sprachenorientierung ist auf niederländischer Seite immer mehr verloren gegangen. Dazu passt, dass sich die Assener Schule ganz einem Konzept der Internationalisierung mit Englisch als Verkehrssprache verschrieben hat: Alle Schüler müssen an einem Austausch teilnehmen und müssen dafür einen einheitlich hohen Betrag entrichten. Im Gegenzug können sie dann in einer Prioritätenliste von ca. zehn verschiedenen Zielen angeben, wohin sie am liebsten reisen wollen.

Assen1Man braucht wenig Fantasie, um sich vorstellen, wo Borken auf einer solchen Liste landet, wenn u.a. Ziele in Ungarn, Spanien, Kroatien und Italien zur Wahl stehen. So nahm die Anzahl der Schüler, die die Assener Schule nach Deutschland schickte, in den vergangenen Jahren kontinuierlich ab. Waren es jahrelang zwischen 25 und 30, waren jetzt nur noch 14 niederländische Schüler beteiligt. Der Assener Austausch-Koordinator hat nun einen Schlussstrich gezogen, was über kurz oder lang auch von der Borkener Seite her geschehen wäre. Es bleiben die Erinnerungen an zahllose unvergessliche Begegnungen und Freundschaften bei Schülern wie Lehrern, sowie die bittere, paradox anmutende Erkenntnis, dass ausgerechnet ein Internationalisierungs-Konzept einen bestehenden, erfolgreichen Schüleraustausch zunichte gemacht hat.

Assen3Die gastgebende Schule war sich der Besonderheit dieses letzten Besuchs aus Borken (wie immer von der Euregio gefördert), sehr wohl bewusst. So wurden die Borkener Niederländischlehrer Joachim Weinholz und Reiner Winkels, die den Austausch seit fast 25 Jahren begleiten, gesondert geehrt und mit Bildbänden des Namensgebers der Schule, Vincent van Gogh, beschenkt. Selbst die niederländische Schülergruppe ließ es sich nicht nehmen, sich bei den beiden deutschen Lehrern für ihren Jahrzehnte langen Einsatz mit Blumen und einem kleinen Präsent zu bedanken. Für den letzten Borkener Aufenthalt hatte die niederländische Schule gesonderte Mittel bereit gestellt und wirklich alles unternommen, um den Verbleib der Gäste so angenehm wie möglich zu gestalten. So ging es nicht nur auf die Watteninsel Schiermonnikoog, wo besonders das Lenkdrachenfliegen die Schülergruppe wie in den Vorjahren begeisterte. Die Schülergruppe verlebte in der beeindruckenden Stadt Groningen einen geselligen, abwechslungsreichen Tag, der mit einem gemeinsamen Abendessen im „Pannekoekschip" abschloss.

Assen4Beeindruckender Höhepunkt der Woche war aber sicher der Mittwochabend, an dem die Assener Schule ihren sog. International Evening veranstaltete. An solch einem Abend kommen mehrere Austauschgruppen, die gerade zu Gast sind zusammen. Bei der Aufgabe, die eigene Gastgruppe und das Gastland durch eine künstlerisch-kreative Darbietung vorzustellen, hatten sich die Borkener etwas Besonderes überlegt: Nachdem R. Winkels die Besonderheit des Austausches mit seiner themenbezogenen Projektarbeit deutlich gemacht hatte, wurde dies durch eine Fotoreihe visualisiert, die Deutsche und Niederländer in gemeinsamer Aktion zeigten, indem sie z.B. musizierten, Theater spielten oder tanzten. Diese Präsentation wurde eindrucksvoll untermalt von einem Gitarrenduett von J. Weinholz und unserer EP-Schülerin Jill Lagerwall, die dazu den Liedtext von „What's up?" so eindrucksvoll sang, dass schnell im Publikum die Handy-Lichter mitschwangen. Höhepunkt der Borkener Präsentation war dann aber ein umgedichteter, mitreißender Song des Niederländers Frans Bauer, den die Borkener Schülergruppe mit ihren Lehrern präsentierte und der alle mitriss: Als die Borkener eine Polonaise starteten, waren schnell die Gäste aus dem Süden Europas und natürlich auch die Niederländer selbst mit dabei, so dass eine lange, singende Schülerschlange ausgelassen durch die Schule zog.

Selbst niederländische Schüler, die durch ihr Wahlverhalten das Ende des Austausches mit beeinflusst hatten, fragten nach dieser Darbietung ungläubig nach, wie es denn sein könne, dass so etwas Tolles nun aufhören soll. Doch die Assener Schule hat sich für ein Austauschkonzept entschieden, das mit den Borkener Interessen nicht überein zu bringen ist. So bleibt es wohl bei dem, was schon im Liedtext anklang: „Jetzt ist alles vorbei!"

MINT-EC, Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Schulen in Deutschland

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