Gedenkstättenfahrt nach Polen 2016

Gruppenfoto Gedenkstättenfahrt 2016  ABewegende Eindrücke

Bereits zum sechsten Mal fand in diesem Jahr die Gedenkstättenfahrt der EP nach Auschwitz und Krakau statt. Unter der Leitung von Frau Pöpping und Herrn Terliesner machten sich 30 Schülerinnen und Schüler auf den Weg nach Polen, um nach monatelanger Vorbereitung in einer AG jetzt direkt die Gedenkstätten des Holocaust zu besichtigen und sich außerdem anhand verschiedener Führungen und eines Gespräches mit einem 92-jährigen Zeitzeugen hautnah mit den Schrecken der Naziherrschaft und der grausamen Ermordung von Millionen Juden, Roma, Sinti und anderer Menschen, die nicht in das ‚Rassensystem' der Nazis passten, auseinanderzusetzen.

Hier der Reflektionsbericht eines Teilnehmers:

Die Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und später die Zeit in Krakau (26.06. - 02.07.) waren für mich unvergessliche Erlebnisse. Nach der langen Busfahrt kamen wir schließlich um ca. 12:30 Uhr in Oswiecim (27.07.) an und wurden in der Unterkunft in die Zimmer eingeteilt. Nach einer einstündigen Pause gingen wir in Richtung des Stammlagers von Auschwitz, um dort eine Führung zu machen.
Unsere Guides konnten sehr gut Deutsch sprechen und somit wurde es trotz Müdigkeit eine äußerst interessante Führung. Einige Dinge waren allerdings sehr erschütternd wie z.B. die Haare der umgekommenen Juden bzw. Häftlinge zu sehen oder auch die Erkenntnis, dass man in Räumen steht, wo früher viele Menschen kaltblütig ermordet wurden. Den ersten Abend ließen wir schließlich mit einer Gruppenreflektion und anschließend gemeinsamen Fußballgucken ausklingen.
Am folgenden Tag schauten wir uns das Konzentrationslager Auschwitz- Birkenau an. Schon beim äußeren Anblick dieser Vernichtungsstätte verspürte ich eine Gänsehaut und ein mulmiges Gefühl.
Wir bekamen einen Einblick in die alten Baracken. Die Schlafräume wie auch die Sanitäranlagen konnte man nicht als menschenwürdig bezeichnen. Ca. 6 Leute waren für eine Etage der dreistöckigen Betten vorgesehen. Unglaublich. Die Sanitäranlagen waren sehr unhygienisch und nicht im Entferntesten mit unseren heutigen Verhältnissen zu vergleichen. Aber nicht nur die Baracken waren schlimm anzusehen, sondern auch der ständige Anblick der Schienen, auf denen so viele unschuldige Menschen zu ihrem Tod gebracht wurden. Danach schauten wir uns eine zerstörte Gaskammer an. Das war für mich einer der Höhepunkte, da ich echt gespannt war, wie diese ungefähr aussahen. Auch wenn sie größtenteils nicht mehr zu erkennen waren, fand ich den Anblick doch sehr schlimm. Der emotionalste und intensivste Moment folgte darauf: Wir standen vor einem kleinen See, wo früher die Asche der Ermordeten entsorgt wurde. Davor waren Gedenksteine und wir beteten für die Opfer. Schließlich sahen wir uns noch die Räume an, in denen die Häftlinge nach ihrer Ankunft menschenunwürdig rasiert und gereinigt wurden. Nach der lehrreichen Führung durch das KZ warteten wir, wieder in der Jugendherberge, auf einen Zeitzeugen, der das Lager überlebte. Er berichtete von seinem Schicksal als Widerstandskämpfer in Polen und seiner Deportation nach Auschwitz- Birkenau. Es war sehr packend und ich bewundere ihn, nach dieser schweren Zeit und in seinem Alter noch so ausführlich über dieses Thema zu reden. Am Abend sahen wir den Film „Schindlers Liste", der ebenfalls sehr beeindruckend war.
Am Mittwoch hatten wir morgens eine Stadtführung sowie einen Einblick in eine nachgebaute Synagoge. Die Innenstadt von Oswiecim ist wirklich sehr schön, was für mich wirklich überraschend war, da in der Umgebung unserer Jugendherberge alles sehr einsam und kalt aussah. In der Stadt leben heute keine Juden mehr und von den früheren Synagogen besteht heute keine mehr. Nach diesen beiden Führungen packten wir unsere Sachen und fuhren in Richtung Krakau. Dort schauten wir uns unter anderem Schindlers Fabrik an oder auch das Judenviertel, Orte, welche auch sehr ansprechend waren.
Nach diesen drei anstrengenden, aber unvergesslichen Tagen tat ein wenig Spaß und Freizeit wirklich gut, um die Erlebnisse richtig zu verarbeiten. Am letzten Tag gingen wir noch in das Stadtmuseum und lernten viele Sachen über die Stadt kennen und wie sie entstanden ist. Krakau ist für mich eine der schönsten Städte, die ich persönlich jemals gesehen habe.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Fahrt eine der interessantesten Dinge war, die ich in meinem Leben gesehen habe. Ich kann sie wirklich nur jedem ans Herz legen, da die realen Erlebnisse nicht mit irgendwelchen Dokumentationen oder Filmen zu vergleichen sind. Ich hoffe, dass die Fahrt auch die nächsten Jahre weiterhin stattfinden wird, weil es für interessierte Jugendliche eine super Erfahrung ist, mehr über die deutsche Geschichte zu lernen und sie noch intensiver kennenzulernen. Des Weiteren will ich das tolle Engagement und die Organisation unserer beiden Lehrer, Frau Pöpping und Herr Terliesner, loben.

Danke für diese Fahrt!

Erik Enke

MINT-EC, Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Schulen in Deutschland

Medienscouts

guetesiegel sticker rgb 2018 19 01 1

 

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können Weitere Informationen zum Datenschutz, Verwendung und Löschen der Cookies finden Sie hier Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite