Besuch aus dem Massailand in Tansania

Massai1Am Dienstag, den 13. Juni 2017, konnten die 9. Klässler unserer Schule einen Einblick in das Leben im Massailand (Tansania) bekommen. Dafür kamen drei Gäste zu uns, die der Hilfsorganisation „Help for the Massai“ angehören. Dirk und Sarah Frykowski leben und arbeiten seit 2011 in Tansania für die Hilfsorganisation, während Namayana Thomas 1994 in einem Massaiboma in Nordtansania geboren wurde. Als junges Massai-Mädchen wurde sie von „Help for the Massai“ gefördert und bekam die Möglichkeit zur Schule zu gehen.

Da unsere Schule als Förderer der Semendo Uugano Primary School in Tindigani/Tansania dieselben Ziele verfolgt wie „Help for the Massai“ und mit dieser Organisation kooperiert, hat Frau Rehm die Besucher zu uns in die Schule eingeladen. Unsere gemeinsamen Ziele sind:
- Der Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt, Beschneidung und früher Verheiratung.
- Die Förderung von Massai-Kindern durch eine gute Schul- und Berufsausbildung.
- Das Überdenken von Traditionen in der Massai-Bevölkerung, die gezwungen ist neue Lebens-und Arbeitsformen zu finden - auch wegen des sehr spürbaren Klimawandels in Ostafrika, den wir Menschen in den Industrienationen hauptsächlich verursacht haben.

Massai2

Dirk, Sarah und Namayana haben uns bei ihrem Besuch viel über die Kultur, das Leben und die Traditionen im Massailand verraten. Sie haben uns einen Kurzfilm über „Help for the Massai“, sowie einige Fotos der Menschen, der Schuleinrichtungen, wie auch der Landschaften und Tiere im Massailand präsentiert. Auch für unsere Fragen waren die drei immer offen.
Besonders schockierend waren für uns die Lebensbedingungen der Mädchen. Im Massailand wird immer noch Mädchenhandel betrieben. Die Mädchen haben meist kein Selbstbestimmungsrecht und gehören ihren Vätern, bis sie irgendwann für Vieh verkauft beziehungsweise verheiratet werden. Oft besteht keine Möglichkeit für die Mädchen diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Für uns, Gianna und Paula aus der Klasse 9a, war es äußerst interessant, dies nicht nur aus Schulbüchern zu erfahren, sondern durch eine Person, die selbst in solchen Bedingungen aufgewachsen ist und der eine Zukunft durch diese Hilfsorganisation ermöglicht wurde. Namayana selbst möchte Anwältin werden, was für sie noch vor einigen Jahren unmöglich erschien.
Wir wünschen, dass auch anderen Massai solch ein Umschwung ermöglicht wird, damit sie Selbstbestimmung erfahren dürfen. Außerdem bedanken wir uns herzlich für die Möglichkeit bei dieser Veranstaltung dabei gewesen sein zu dürfen.
Gianna und Paula aus der Klasse 9a

Nachtrag von Frau Rehm:

Namayana, die 22-jährige angehende Studentin aus dem Massailand, ist insgesamt vier Wochen lang mit Dirk und Sarah Frykowski (sowie zeitweise einer weiteren Mitarbeiterin von „Help for the Massai“) durch Deutschland gereist, um von ihrem Leben in Tansania und der Arbeit von „Help for the Massai“ zu berichten. Auf die Frage nach ihrer Einschätzung, warum wir hier in Deutschland so weit entwickelt sind und ihr eigenes Volk noch immer wie vor 200 Jahren lebt, antwortete sie Folgendes:

„Wir Menschen auf der Erde sind wie Regenbogen. Die verschiedenen Völker symbolisieren die unterschiedlichen Farben des Regenbogens und nur in der Gesamtheit erstrahlt er in seiner vollen Schönheit. Gott hat uns unterschiedlich geschaffen mit spezifischen Gaben und Fähigkeiten. Ihr hier in Deutschland/Europa seid besonders begabt in Ingenieurswesen, habt wunderbare Technik, tolle Straßen usw. Wir dagegen sehen den Menschen. Wenn Besuch kommt, lassen wir alles liegen und stehen, um uns Zeit zu nehmen für den Gast, um mindestens eine Tasse Tee mit ihm zu trinken, egal, welcher Arbeit wir gerade nachgehen. Wenn wir diese Qualitäten verbinden könnten, dann wäre es eine echte „winwin-Situation“, von der beide Seiten maximal profitieren würden.“Massai3Massai4

 

MINT-EC, Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Schulen in Deutschland

 

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können Weitere Informationen zum Datenschutz, Verwendung und Löschen der Cookies finden Sie hier Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite